Rapharty:
Superhund und der Vollmond

Aus dem Französischen von Ute & Clara Mihr

München: Knesebeck 2010

www.knesebeck-verlag.de

ISBN 978-3-86873-185-9
32 Seiten * 6,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

So einfach wie das Vorwort sind die Bilder – und genau so beeindruckend. Und sie haben noch ein Bonbon zum Schluss: „Der Dieb hat alles mitgenommen. Nur den Mond vor meinem Fenster ließ er zurück.“ (zitiert nach Ryokan).

Dreieckskopf

Mit so wenigen Strichen und Farben kommt man also aus, wenn man weiß, was man will – und wenn man es denn auch noch umsetzten kann … Alle Flächen sind, was im Schulunterricht absolut verboten war, mit schwarzem Strich umrahmt. Da dieser aber nicht als feste Linie zu erkennen ist, sondern sich sogar in Teilen auflöst, gibt er zwar den Farben innerhalb Halt, drängt sich aber andererseits auch nicht sehr auf. Farben? Da gibt es das Weiß des Hundes und das Weiß des Pfahls, an den er mit einem der schwarzen Striche gebunden ist. Da gibt es auch das erdfarbene Grau des Bodens und es gibt auch das ganz dunkle und stumpfe Blau der Welt um uns herum. Dann allerdings doch zwei ‚richtige‘ Farben: Der Hund hat ein rotes Halsband, und der Mond ist deutlich gelb.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Hund mit der dicken schwarzen Nase am Ende des dreieckigen Kopfs, den er gern leicht neigt, kann nicht schlafen. Es ist Vollmond. Es ist fast taghell. Auf seine Bitten, auf seine Fragen, auf seine Ansprache reagiert dieser „dicke Kerl“ überhaupt nicht. Frechheit. Da hilft nur eins. Man muss ihn sich schnappen und am besten aufessen. Dann sind zugleich zwei Dinge erledigt. Der leere Magen meldet sich nicht mehr und es ist wieder schlafensdunkel. Fast jedenfalls. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Und Hunger mag man dann auch wieder haben.

Das kleine quadratische Buch hat alles, was es braucht. Minimalisierung nennt man das. Und wunderbar gelungen darf man dazu sagen. So eine kleine Geschichte, so wunderbar dargeboten. Da mag man gleich noch mal gucken.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en