Adelheid Dahimène & Heide Stöllinger:
Da vorne gibt es was zu lachen

13 schadfenfrohe Gedichte

St. Pölten: Nilpferd in Residenz 2010

www.residenzverlag.de

ISBN 978-3-7017-2064-4
32 Seiten * 12,90 € * ab 06 Jahre

 

 

 

 

13 kleine Geschichten in Reimform, die sich um klassische Metrik allerdings weniger kümmern als um den Inhalt, der aus der noch kleinen Welt der Kinder oder der Tiere stammt. Der Text ist in doppelseitige Bilder integriert, die je einfarbig anders hinterlegt sind, sodass jeder Abschluss nach dem Umblättern allein dadurch sichtbar wird.

gereimte Geschichten

So richtig witzig sind die Geschichten allerdings nicht, und auch die Schadenfreude hält sich in Grenzen. Mäuse dürften sich wohl eher still in ihrer Höhle freuen, dass der Schlange das Gift ausging und sie nicht gebissen wurden (was ja auch gar nicht passiert wäre, aber wir wollen nicht meckern). Auch die erste Geschichte vom ungeschickten Vogel und vom Fressen und Gefressen werden, was beides wegen eines Gewitters nicht passiert, ist schön und erzeugt durch die unglücklichen Katze und Vogel gegen den fliehenden Wurm ein bisschen Sympathie für den letztgenannten – aber Schadenfreude? Es ist wohl eher „Pech“ oder „Glück“, was aus den Gedichten spricht: Glück hat das kleine Mädchen, das aus der Menschenmenge endlich herausgehoben wird auf Papas (?) Schultern, damit sie von dort oben sehen kann, was da vorn los ist. Pech ist, dass das Theaterstück just beendet wurde, und sie nur noch den sich schließenden Vorhang sieht.

Bei einigen Geschichten wird der „Witz“, wenn es denn einer ist, wohl erst im Gespräch zwischen Vorleser und Kind deutlicher werden (Fledermaus-Vampir beißt in die Fußgängerampel, weil diese Rot (= Blut) zeigt / Fliege entkommt der Klatsche und freut sich darüber / Ist das volle Sparschwein glücklicher als die gekaufte Schildkröte, die wieder zurück gebracht werden muss?), aber weder Gedichte noch deren Inhalt tragen. Da helfen auch die Bilder kaum weiter.

 

Kurz: Das Buch hält nicht, was der Titel verspricht.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en