Gabriel Erz & Peter Engel:
Harry und die Amsel

Ein AH-Buch mit Z zum Schluss

Regensburg: Edition Buntehunde 2010

www.editionbuntehunde.de

ISBN 978-3-934941-59-5
32 Seiten * 17,90 € * ab 05 Jahre

 

 

 

 

Eine für ein Bilderbuch recht lange Geschichte mit vielen humorvollen Teilen über einen zwei, drei kleine schwarze Vögel, die Harry sein sorgsam geplantes Leben ein bisschen in Unordnung bringen. Wir schauen und lesen sehr gern, dass und wie er eine gute Tat begeht.

 Rabamsel und das Kind

Harry ist nicht mehr ganz jung und Beruf Geschichtenschreiber. Er lebt in einem Doppelhaus, was dazu führt, dass Harry nie um das Haus herumgehen kann. Nicht, dass er es darauf angelegt hätte, es ist eher eine Tatsache, die dem Hätte-könnte-wäre-müsste“ entgegensteht: „Am Ende ist es, wie es ist.“ Das könnte ein Lebenssinnsatz sein. Aber Harry ist gar nicht so pragmatisch, eher umständlich und ein bisschen altmodisch. Als ihm absolut nichts Neues für eine Geschichte einfällt, fließt die Farbe seines Hemdes nahtlos in die des Tisches, als sei er ein Teil des Inventars.

Später erst, als er gezwungen wird, sich um die beiden Amseln zu kümmern, die sich so ungewöhnlich benehmen, gewinnt er wieder Statur, die allerdings weder sportlich noch forsch ist. Als ihn ein Trappeln vom Boden irritiert, muss er schon seinen ganzen Mut zusammennehmen und unsere Fantasie mit bemühen: Siebenschläfer oder Marder? Welcher Gefahr muss er sich stellen? Gibt es einen anderen Weg? Immerhin macht Harry, was offensichtlich getan werden muss.

 Bild und Text ergänzen sich vortrefflich. Aus einer zunächst ziemlich langweilig anmutenden und textlastigen Geschichte entwickelt sich Spannung, und die verstreuten Bildteile mit den vielen Brauntönen teilen genau diese Entwicklung.

 Ein richtiges Kleinod aus einem kleinen Verlag, zumal nicht das erste.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en