Charlotte Voake & Kate Petty:
Veilchen, Mohn und Gänseblümchen

Aus dem Englischen von Margot Wilhelmi

Hildesheim: Gerstenberg 2010

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN 978-3-8369-5106-7
64 Seiten * 14,90 € * ab 05 Jahre

 

 

 

 

 

Ein Buch zwischen Sach- und Bilderbuch, das sich nicht ganz entscheiden kann. Die Vielfalt überfordert Kinder, die sich wirklich den Wiesen- und Heckenblumen widmen wollen. Dennoch macht sowohl das Lesen wie das bloße Anschauen Spaß. Und wenn man damit den einen oder anderen Namen für ein Pflanze lernt und sie wieder finden kann – umso besser.

Blume = Blüte und Blatt

Gleich zu Beginn merkt man, dass ein Pflanzen-Bestimmungsbuch für Kinder, also in seiner Breite beschränkt, ein Problem hat, wenn es sich auch noch um eine Übersetzung handelt. Dann muss man dazu schreiben „…wenn du Urlaub in England machst.“ oder „…stammt aus Südafrika.“ Unsere Kinder dürften in der Regel in Deutschland sein.

Auch hier hilft das Buch natürlich bei der Bestimmung der entdeckten Pflanze. Das erste Merkmal ist die Blüte. Dort unterscheidet man nach Anzahl der Blütenblätter und ihrer Form (Kelch- oder Staubblätter). Das zweite Merkmal, vor allem im Zusammenhang mit den Blüten, sind die Blattformen. Sie können  groß oder klein, haarig, runzlig oder weich, gekerbt, gezahnt oder glatt, geteilt in Einzelblätter oder in Rosettenform geordnet, lang und schmal und spitz zulaufend wie bei der Osterglocke oder groß und breit wie beim Wegerich (der im Buch allerdings nicht genannt wird) sein, und wir schließen das eine aus und das andere ein, bis wir gefunden haben, was wir in der Natur bereits fanden.

 

Die wunderbaren Bilder legen mehr Wert auf Schönheit als auf das, was Bestimmungsbücher sonst auszeichnen. Die kleinen Tiere sind schmückendes Beiwerk, der Text dagegen kommt an wissenschaftliche Ansprüche heran. Es werden offizieller Name genannt, Höhe, Blütenzeit usw.

 

Die Krux des Buches ist, dass es sich nicht entscheiden kann, ein wirkliches Bestimmungsbuch zu sein, ein Sachbuch also, oder ein Bilderbuch, das ein bisschen zum Mitmachen aufruft.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en