Elaine Pascoe / Dwight & David Kuhn:
Tierisch spannend

Aus dem Amerikanischen von xxx

Mühlheim a d Ruhr: Verlag an der Ruhr 2010

www.verlagruhr.de

ISBN 978-3-8346-0674-7
6 Hefte á 16 Seiten * 17,80 € * ab 06 Jahre

 

 

 

 

 

Eine Serie, die aus dem Amerikanischen übernommen (hier: „I used to be afraid about …“) wurde: 16 mal 6 quer geheftete Seiten zu einem Thema mit viel Foto und so wenig Text, dass ein Kind am Ende des ersten Schuljahres diesen erlesen kann. Sehr gelungen, vereinfachend ohne zu simplifizieren, und sehr lesemotivierend.

Früher hatte ich Angst vor Würmern

Wie die meisten guten Ideen, so ist auch diese einfach. Man nehme ein Thema, das bisher negativ besetzt war (Spinnen, Würmer, Schlangen usw.) und zeige mit guten Fotos die Erstaunlichkeit, die von diesen Tieren ausgeht. Dazu ein kurzer erklärender Text, den möglichst Kinder am Ende der ersten Klasse – vielleicht mit etwas Hilfe – selbst lesen können.

Durch die Teilung des Themas nicht nur in sechs Kapitel, sondern in sechs eigenständige Hefte gelingt noch einmal ein Motivationsschub zum Lesen: Das schaffe ich (schon)!

Bei den Bildern gingen die beiden Fotografen Dwight und David Kuhn ganz nah heran an ihre Objekte. Da gruselt es zu Beginn gleich noch mal richtig, bevor der Gewöhnungseffekt eintritt. Die Fotos verlieren im Weiteren immer mehr an Schrecken und gewinnen gleichzeitig an Faszination. Eine Spinne, die den Betrachter direkt anschaut, so groß wie niemals in Wirklichkeit? Da fühlen wir uns gleich ganz klein. Aber dann erfahren wir, dass eine Spinne ganz fürsorglich ist, ihre Nachkommen bewacht und selbstverständlich dafür sorgt, dass die genügend zu essen haben. Schon kämpfen zwei Seelen in unserer Brust, denn: Machen wir es nicht genauso?
Und dann ist da noch das süße Mäuschen, das im eben geschauten Heft noch Futter für die Schlange oder für die Eule war. Fressen, um zu überleben - das erfuhren wir da – ist nichts Schlimmes. So nehmen wir es hin, dass der Nachwuchs der Mäuse vielleicht auch deshalb so sehr schnell geschlechtsreif wird. Der ökologische Grund heißt: Mäuse sind, so schrecklich das klingen mag, (auch) Futter.

 

Die Bilder erzeugen beim Betrachter vor allem Gefühle, der Text, der sich vor allem an das Gehirn wendet, trägt einen weiteren kleinen Teil dazu bei. Selten mehr als fünf Wörter pro Zeile und meistens weniger als 10 Zeilen werden in das Foto integriert und oft in Weiß auf dunklem Hintergrund gedruckt. Die serifenlose Schrift ist sehr groß, die Worte dazu noch kurz und möglichst einfach zu erlesen. Anstatt „Eulenart“ wird lesefreundlich „Eulen-Art“ gedruckt.

 

Kein Lob ohne wenigstens eine Kritik. Die Fotos sind auf DIN A5 gedruckt und im Querformat geheftet. Soweit kein Problem, aber sie haben keinen Rahmen, und so stoßen in der Mitte zumeist zwei Fotos „ungeschützt“ gegeneinander und irritieren das Auge. In einer Neuauflage und in Folgereihen wäre dieses Problem aber zu beheben.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en