Oscar Wilde & Lisbeth Zwerger:
Der selbstsüchtige Riese

Aus dem Englischen von XXX

Bargteheide: Minedition 2010

www.minedition.com

ISBN 978-3-86566-116-6
28 Seiten * 14,95 € * ab 06 Jahre

 

 

 

 

Ein verlassenes Grundstück ist ein idealer Spielplatz für Kinder. Hier kann jedes Abenteuer für jeden Ort der Welt stattfinden. Wenn aber der Besitzer zurückkehrt und sich als wahrer Menschenfeind erweist, dann bleiben die Kinder draußen. Dieses Mal bleibt allerdings die warme Jahreszeit ebenfalls fern, der ewige Winter scheint für immer dort zu wohnen. Wunderbar zarte Bilder sprechen die andere Sprache.

Liebe siegt

Riesen erkennt man daran, dass ihre langen Hosen immer nicht lang genug sind und ihr Gang etwas Hölzernes, Stockhaftes bekommt. Wenn es doch nur das wäre. Unser Riese war sieben Jahre beim Menschenfresser zu Besuch, da wird er nicht gerade ein Menschenfreund sein. Und so muss für ihn wohl das Kinderlachen ganz schrecklich geklungen haben, und er braucht ein lange Zeit der Einsamkeit und Winterskälte, bis er – wieder durch die Begegnung der Kinder – merkt, dass mit Güte auch Wärme gemeint ist, und mit Wärme auch Liebe.

 

Eine ungewöhnliche Geschichte, in der ein ungenannter Jesus eine wichtige Rolle spielt, hat sich „Mr. Dandy“ Oscar Wilde mit „The selfish giant“ ausgedacht – vielfach veröffentlicht und illustriert.

 

Aber niemand zeichnet, wie es Lisbeth Zwerger tut. Ihr Riese ist kein Menschenfresser, keiner, der Erwachsene auf seinem Handteller tragen kann. Er ist einfach ein großer Mann, der offensichtlich unglücklich ist. Seine Ohren sind zu groß, er ist offensichtlich älter und dem Tod näher, als wir es in der Geschichte erfahren. Zwergers Bilder sind zart, blasse Brauntöne herrschen vor, selbst wenn tiefer Eis- und Schneewinter herrscht. Eine wunderbare Adaption.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en