Axel Scheffler & Julia Donaldson:
Tommi Tatze

Aus dem Englischen von Wiglaf Droste

Weinheim: Beltz 2010

www.beltz.de

ISBN 978-3-407-79395-9
32 Seiten * 12,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Dass ausgerechnet ein Kater Gefährte eines Straßenmusikers sein soll, mag man kaum glauben. Aber doch ist es so, dass der Gitarrist und Sänger Matze und der Kater Tommi Tatze echte Partner sind. Doch als sich Matze während der Verfolgung eines Diebs verletzt, trennen sich ungewollt die Wege der beiden, denn gleichzeitig hat sich Tommi in Pfote verliebt. Als sich Tatze und Matze wiederfinden, wird es schwierig für Tommi.

 Straßenmusik

Auch in der Übersetzung des Textes wird viel gereimt, was – zugegeben – für den Übersetzter nicht immer ganz einfach ist: wort- oder sinn treu bleiben? Die Geschichte selbst ist ziemlich einfach gestrickt, ungewöhnlich vielleicht, denn der Kater ist Beiwohner und Mitsänger eines Straßenmusikanten und verliebt sich ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als sich sein menschlicher Gefährte auf der Verfolgung eines Diebs das Bein bricht, also für Tommi Tatze einfach nicht mehr da ist.

Der feste Platz des Straßenmusikers ist natürlich längst anders belegt, als er endlich mit seiner Gitarre aber auch mit Kopf- und Fußverband wieder zurückkehrt. Als ihn sein Kater, inzwischen längst Familienvater, wieder findet, wird die Situation schwierig, denn der Kater muss sich entscheiden. Da kommt ihm sein kleiner Sohn, der Kater Moritz, entgegen, denn ein Leben als Musiker kann der sich gut vorstellen. Und Matze ist es auch zufrieden, so wie die vielen Zuhörer, die ihm mit dem Geld im Hut wieder ein entsprechendes Auskommen geben.

 

Axel Scheffler zeichnet, wenn er nicht die ganze Seite beansprucht, kleine Inseln. Alle seine Figuren sind Sympathieträger, was vor allem die großen Augen bewirken, denn sie zeigen freundliche Neugier an – selbst in der Trauer des Katers oder beim Dieb. Der Wiedererkennungswert von Schefflerschen Bildern ist sehr hoch, und mit seinen Tieren möchte man am liebsten sofort kuscheln. Dass die Geschichte „rührend“ wird ohne zu sehr auf die Tränendrüsen zu drücken, liegt ebenfalls an seinen Bildern, die auf eine sehr freundliche Art realistisch sind ohne „naturalistisch“ genannt werden zu können. Der Künstler ist hinter seinen Bildern immer deutlich zu erkennen.

 

Ein schönes Buch mit einer Geschichte, die zeigt, dass sich sowohl die Generationen die Hand geben als auch Mensch und Tier. „Es geht nicht nur weiter, es wird gut weitergehen“ ist eine sehr schöne Botschaft.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en