Linard Bardill & Henriette Sauvant:
Die Rose von Jericho

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2010

www.atlantis-verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0587-8
32 Seiten * 13,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

 

Der Prinz soll die Regentschaft übernehmen, zuvor aber dem König zeigen, dass er in der Lage ist, „das Stärkste“ zu finden und dem König zu bringen. So macht er sich auf den Weg und findet zunächst das Element Feuer, das jedoch vom Wasser beherrscht wird. So sieht er nach und nach, dass alle vier Elemente zwar „sehr stark und mächtig“ sind. Das Stärkste aber ist etwas ganz anderes.

verborgene Lebenskraft

Henriette Sauvant zeichnet geheimnisvolle Dinge in ihre Bilder, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen. Der König spricht mit seinem Sohn von einem merkwürdigen Thron herab und hält dabei einen Apfel auf dem Schoß. Die dazugehörigen Bäume verlieren gerade ihre Blätter. Wir befinden uns im Herbst, der König will abdanken. Sein Schloss ist eine dunkle Festung, Fenster nach außen gibt es nur in der Höhe der vier Türme. Der Knabe, der dem König vielleicht bis an die Brust reicht, macht sich auf den Weg in die Welt, ein Wiesel begleitet ihn, das einzige weitere Lebewesen, das in der Geschichte auftritt. Menschen sehen wir ganz klein und nur als Schemen und nur auf dem letzten Bild, als ein großes Fest gefeiert werden soll.

Dazwischen sehen wir den staunenden Prinzen vor dem Feuer, das als Teufels-Wesen mit einem Ofen als Körper in den Flammen schwebt, ein Haus, ein Baum und eine Kuh in je einer Klaue – der Vernichtung Preis gegeben.

 

Ein sehr „poetisches“ Buch in einer liebevollen und aufwendigen Aufmachung. Auf dem Titel vier Symbole für die vier Elemente in Goldprägung, dazu warme Farben und neben dem Prinz einige archaische Tiere und Pflanzen, als wären sie einem Bestimmungsbuch des 19. Jahrhunderts entnommen.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en