Brigitte Minne (Text) und Carll Cneut (Bilder):
Rotgelbschwarzweiß.

Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann.

Düsseldorf: Sauerländer bei Patmos 2004.

ISBN 3-7941-5038-4.
32 Seiten.
13,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Die beiden Jungs vom Dorfplatz tragen Rot bzw. Gelb, die Mädchen die so genannten „Nicht-Farben“ Schwarz und Weiß, und sie tragen auch je deren Namen. Rot ist ein richtiger Angeber und alle müssen machen, was er will. Bis es ihnen zu bunt wird ...

Es fehlt BLAU

... und sie ihn verlassen. Jetzt kann er sich selbst Befehle geben: „Feg den Fußboden! Vergiss die Ecken nicht! Mach die Augen auf, du Trottel!“, so schimpft er sich selbst bei der Arbeit aus, die er sonst Gelb, Schwarz und Weiß aufdrückte. Als er sich auch noch ein paar Ohrfeigen gibt, weil er ein Wichtigtuer und Spielverderber ist, wird ihm klar, wie die anderen unter ihm litten.
Gott sei Dank haben die anderen kein Segel für ihr Boot. Da kann er aushelfen und darf wieder mitmachen. Von nun an aber wird nach einer Weile gewechselt.

Das ist gar nicht so pädagogisch, wie sich das vielleicht liest. Dafür sorgen schon die ungewöhnlichen Zeichnungen, so gar nicht realistisch. Fast sehen sie aus wie Papierpuppen, die vier, gar nicht kindlich. Die Gesichter sind seltsam starr, fast leblos, die Haare sind wie auf den Kopf aufgemalt. Sehr künstlich sieht das aus, zudem die Füße extrem klein an sehr kurzen Unterschenkeln sind. Die Jungen tragen Hosen, die Mädchen Kleider.
Der gefärbte Hintergrund sieht aus, als hätte Carll Cneut auf Packpapier gemalt. Dort hinauf stellt er seine Figuren, verzichtet auf Perspektive und räumliche Darstellung. Es gibt keinen Horizont. Wohl verdecken sich die Figuren, schaffen damit aber immer noch keine dritte Dimension.
Zu diesem Stil passen gut das etwas schwerere Papier sowie die deutliche Trennung von Bild (rechts) und Text (auf der linken Seite, rechtsbündig in kurzen Zeilen in großer Schrift und eben solchem Zeilenabstand gesetzt).

Ein tolles und wichtiges Buch für jeden Kindergarten.