Antje Damm:
Nichts und wieder nichts

Frankfurt: Moritz 2009

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-211-0
94 Seiten * 14,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Das Bilderbuch über „das“ Nichts zeigt zunächst einmal, dass der bestimmte Artikel schon einmal falsch ist, denn das Nichts ist ziemlich vielfältig. Luis sagt, dass das Nichts dann kommt, wenn wir an allen Planeten vorbei gucken, aber so weit können wir gar nicht gucken. Denken übrigens auch nicht.

Rien

Ausgesprochen erstaunlich, was Antje Damm alles zusammengetragen hat! Sie lässt Kindermund ebenso zu Wort kommen wie Philosophen, Künstler wie Sammler (www.archiv-des-nichts.de), lässt Tauben das Wort „Nichts“, aus Bohnen auf das Straßenpflaster geformt, verspeisen und Gras so wachsen, dass die Buchstaben N I C H T S entstehen.

Ein Ortsschild verweist darauf, dass man „Nichts“ in 6 km Entfernung finden kann, und wir erfahren, dass es bei Alice im Wunderland eine „Schnatzkarte“ (mit n) finden kann, die einen rechteckigen Rahmen um ein leeres weißes Blatt zeigt. Ungewöhnlich, denn normalerweise empfinden wir die Nichtfarbe „Schwarz“ als Symbol für das Nichts, so wie wir Löchern Tiefe und Unbestimmtheit mitgeben, wenn wir sie schwarz markieren.

Antje Damm selbst fügt natürlich einige ihrer selbst gezeichneten Bilder mit ein, zeigt aber auch Fotos oder Reproduktionen und druckt ein kurzes Gedicht von Jandl („nichts und etwas“) mit ab und übersetzt das Wort „Nichts“ in verschiedenen Sprachen und lässt eine Lexikon-Definition des Dudens auf dem Vorsatz sprechen.

Das querformatige Buch gibt genügend Anlass, über das Nichts, aber auch - in Assoziation - über andere abstrakte Begriffe zu philosophieren. Auch und gerade mit Kindern.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en