Heinz Erhardt & Christine Sormann:
Hinter eines Baumes Rinde …

Gedichte für Kinder

Oldenburg: Lappan 2009

www.lappan.de

ISBN 978-3-8303-3244-2
48 Seiten * 12,95 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Als ob die Gedichte von Heinz Erhardt nicht ausreichten, sie werden auch noch in wunderbare, plakative Bilder verpackt. 17 Gedichte werden abgedruckt und auf einer Seite bis zu drei Doppelseiten illustriert. Darf man sehr gern lesen und sehen wollen. Auch mehrmals.

Maden sind Spechtspeise

„Sauber“ ist das erste Adjektiv zu den Bildern. Christine Sormann umrahmt die Lebewesen mit einem schmalen schwarzen Strich und färbt die Flächen glatt, lässt nur hier und dort einige Schatten zu. Der Brombär erhält eine violette Nase, die des Himbären ist rot und die des tot geglaubten Stachelbärs ist – selbstverständlich – grün. Den Kurz-Geschichten vom Buch-Finken und vom Volkslied-Vogel malt sie eine schwarze Katze zur Seite, damit Vogel und Katze direkten, fast freundlichen Augenkontakt miteinander halten, obwohl der eine auf der Speisekarte der anderen steht.

Dazu bringt sie noch eine andere Art des Humors in Gedicht und Bild. Der Wolf, der alle Märchen durcheinanderbringt, darf trottelig sein mit seinem Kneifer auf der nicht vorhandenen Nase, trägt aber dennoch eine Mütze, die der von Sherlock Holmes nicht unähnlich ist. Den Knauf des Schirms gestaltet die Illustratorin als Made (eine Hommage an ihre eigenen Figuren der Titelgeschichte), den Zwergen gibt sie sehr merkwürdige Hüte mit (Hahnenkamm, Nachttopf, Trichter, Hausdach mit rauchendem Schornstein usw.).

Anders als die Figuren der Fauna erhalten die Pflanzen nur einmal, vielleicht aus Versehen, eine Umrandung, und sind damit eher Hintergrund und Staffage, damit die, über die Heinz Erhardt so wunderbare Reime macht, deutlich in den Vordergrund rücken.

Sehr schön, dass die unsterblichen Verse eine würdige Umgebung gefunden haben.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en