Andrew Zuckerman:
Mein ABC der wilden Tiere

München: Knesebeck 2009

www.knesebeck-verlag.de

ISBN 978-3-86873-044-9
48 Seiten * 12,95 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Der kleine Bruder von Zuckermans „Wild Animals“ (Knesebeck 2007), sortiert und erweitert um große schwarze Buchstaben. Die sind eher Beiwerk, der Star des Buchs sind eindeutig die hervorragend fotografierten Tiere, ganz lebendig und detailreich, obwohl sie der Umgebung beraubt sind, vielleicht auch gerade deshalb.

Schönheit der Fauna

Exotische Tiere der Umgebung berauben, sie in ein Studio bringen und vor der großen künstlichen Leinwand, die zugleich Fußboden wie Hintergrund bildet, ist ein Unterfangen, das bestimmt sehr viel Vorbereitung und Planung bedarf.
Jedes einzelne Haar vom Fell des Zebras ist zu erkennen, jedes Haar auf der Ohrmuschel des Schimpansen. In seinen Augen spiegelt sich der weiße Schirm, in den der Aufnahmeblitz die Szenerie erhellte. Ganz gerade schaut er uns an, ohne Hinterlist, so, wie es kleine Kinder tun. Das macht auch das erste Tier in der Reihe der ABC-Tiere, allerdings nehmen wir es nicht so freundlich entgegen, denn hier handelt es sich um einen Alligator. Und da haben wir auch gleich das kleine (und einzige) Manko des Buchs, denn es ist aus dem neuseeländischen Englisch übersetzt, und die Tiernamen sind im Deutschen nicht immer identisch.

 Offensichtlich ist aus einem Fundus von Fotos ausgewählt worden, sodass auch der Badger bei D wie Dachs ein Foto erhält, die honey- oder hive-bee Biene unter I unterkommt, ohne, dass sie Imme heißen muss, sondern als Insekt gilt. Und für Jj gab es wohl kein Jaguar-Bild, denn der Buchstabe wird gleich mit dem K für „junges Känguru“ abgehandelt.

 Wer also kein ABC-Lernbuch für Kinder erwartet, sondern ein Buch über Tiere, der wird ganz gewiss nicht enttäuscht. Die Tiere erhalten durch das Fehlen jeglichen Hintergrunds eine besondere Form der Individualiät und durch die besondere Exaktheit eine Nähe, die uns manchmal frösteln macht. Wie genau möchte man in das geöffnete Maul des Löwen schauen oder die ausgestreckten Krallen der Eule (unter N wie nachtaktiv) in der Wirklichkeit erfahren? Dann doch eher den ganz jungen Panther streicheln, auch wenn der sich fauchend gebärdet, als sei er bereits ein furchterregender Jäger.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en