Triunfo Arciniegas & Margarita Sada:
Ich, Prinzessin Sophia

Aus dem kolumbianischen Spanisch von Julia Heldenberg

Frankfurt: Fischer Schatzinsel 2009

www.fischerschatzinsel.de

ISBN 978-3-596-85374-8
36 Seiten * 12,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

 

Die kleine Prinzessin Sophia ist ein Mädchen mit einer goldenen Nase, jedenfalls wird sie so gezeichnet und benimmt sich auch so. Mutter ist einkaufen, Papa ist krank, Sophia führt die Staatsgeschäfte für drei Tage. Das macht Spaß. Als Papa wieder gesund ist, schimpft er gar nicht, sondern reagiert so, wie man es nicht erwartet hätte.

Infantin

Margarita Sada malt ihr eine goldene Dreiecksnase. Das ist ein Mädchen mit Gespür! Gut, dass sie das Schloss rosa anmalen lässt und die Bilder der Ahnen vertauscht, ist vielleicht nicht ganz in Ordnung, aber ihre anderen Maßnahmen haben etwas damit zu tun, dass sie auch ein goldenes Herz hat. Die Köchin wird ebenso Berater(in) wie der Gärtner, der Kater Casimiro del Monte bringt es immerhin in die Ahnengalerie.

Sophia beginnt die Geschichte, indem sie ihre Lage beschreibt. Erstens ist sie ein sehr groß geschriebenes „Ich“: ein Mädchen in blauen langen Hosen, aus denen dünne Stöckerbeinchen herausragen. Über dem hell-violetten Unterhemd trägt sie einen roten Kapuzenpullover. Die Kapuze hat sie über den (noch zu) großen Kopf gezogen, das Bild der goldenen Krone passt zu ihrer Nase, die als Dreieck gestaltet wird. Sophia steht in einem Lichtkegel, der von oben auf sie fällt. Die Arme hat sie verschränkt, fast ablehnend, wäre da nicht das freundliche Lächeln und die offenen Augen.

Der Vater kommt nur im Hintergrund vor, die Mutter wird als abwesend nur im Text erwähnt. Die Hauptperson ist ganz deutlich dies kleine Mädchen, das mehr aus Übermut und wegen der Gelegenheit etwas für die Armen tut und etwas gegen die Steuern und etwas gegen teures Brot und etwas für die Auszeichnung mit goldenen Prinzessinnen-Kronen: Der Tierarzt wird bedacht, das Stadion, die Bäckerei, das Kino, das Fußballfeld, die Puppenfabrik und sogar die Schule.

 

Die Farben der Bilder sind stark und deckend, lassen nur die Untergrundstruktur erkennen. Ein helles Fenster, eine rote Einkaufstasche, ein Mädchen voll der Lebensfreude, während der Text eher Trauriges vermeldet: „Papa und ich leben allein im Palast. Ich habe keine Geschwister. Ich, Sophia, bin die einzige Prinzessin in diesem Palast.“ Wer Trübsinn hört, hört völlig falsch.

Eine schöne Geschichte mit schöner Moral und tollen Bilder dazu.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en