Johnny Ball:
Von null bis unendlich
Die geniale Welt der Mathematik

Aus dem Englischen von Birgit Reit

München: Dorling Kindersley 2009

www.dk.com

ISBN 978-3-8310-1433-0
96 Seiten * 14,95 € * ab 14 Jahre

 

 

 

 

Obwohl die Mathematiker völlig sinnfrei arbeiten und Dinge tun, weil man sie tun kann, so stellen sie doch ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung, die sie gern benutzt. Das Thema des Buches heißt „Messen“, und man staunt von Seite zu Seite, was alles zu messen war und ist, wie das nach und nach im Lauf der Jahrhunderte zustande kam und wie nützlich die Mathematik doch ist.

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Man merkt Johnny Ball seine Begeisterung für die Mathematik an, sodass er es auch gern geschehen lässt, dass sie benutzt wird. Und wie! Der rechte Winkel, harmlos und doch so nützlich, weil er sich gern mit den Quadraten über den Dreiecksseiten schmückt und mit einem Maß, das Rückschlüsse auf die Größe der Winkel gibt. Warum? Flächen, Längen, Landvermessung, die Erde als Kugel, Navigieren und sich auf der Erde finden, einfache und doch verblüffende Tricks, die die gebogene Erde durch ebene Dreiecke doch begreifbar machen. Keine Zeit der „Entdecker“, kein Zusammenwachsen der Erde ohne die Mathematik.

Und dann die Zeit. Die Temperatur. Die Elektrizität, die Licht- und Lautstärke, ganz kleine und sehr große Maße, ein Googol und die Scoville Skala.

Erstaunlicherweise teilt Ball sein Buch chronologisch auf: Antike – 1500 – Moderne. Die beiden ersten handeln von den Dingen, die damals wichtig waren, Grundlagen schufen für unser heutiges Wissen. Erst im dritten Teil merken wir, wie schnell und auch ungewöhnlich wir unsere mathematischen Kenntnisse nutzen müssen, um die in immer kürzeren Entwicklungszeiten entstehenden neuen Erkenntnisse einigermaßen nachvollziehen zu können. Wie weit weg sind Handspanne und Elle von der heutigen Meter-Definition, die auch im Nano-Bereich Bestand haben muss.

 

Jede Doppelseite ist vollgepackt mit Bild plus Erklärung plus Textteile und Grafiken, dass sie große Konzentration des Betrachters fordert. Die Erklärungen erwarten einen Wissensstand, der zumindest den Satz des Pythagoras voraussetzt, aber auch Kenntnisse von Sinus oder Tangens, von Gravitation und Licht, von 0, 1 und 3 Kelvin, von Watt und der Geschwindigkeit eines Elektrons.

 

Ein wunderbares Sachbuch, das allerdings nicht zum „Einsteigen“ gedacht ist, sondern vielmehr zum nachträglichen Schauen, um eigen Gelerntes noch besser einzuordnen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en