Marian Luisa Banfi & Gianni De Conno:
Amalia und die Ostereier

Aus dem Italienischen von Danielle Heufemann

Zürich: Bohem Press 2003

www.bohemverlag.de

ISBN 978-3-85581-399-5
28 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Eine niedliche Geschichte über Eingebildet-sein, über Verunsichert-werden und dann doch wieder zufrieden werden. Amalia legt die schönsten Eier, aber der Hase, nebenan im Gebüsch, der legt noch tausendmal so schöne Eier! Das kann dem Huhn gar nicht gefallen. Wunderbare Bilder in einer schönen Technik machen das Buch zu einem echten Hingucker.

 

 

Einen ganz glatten orange-farbenen Himmel erschafft die Sonne, die hinter dem Baum gleißend aufgeht. Nur zwei längliche Wolken im Himmel und einige – ob der frühen Stunden noch schlafenden – Häuser sowie dicht belaubte Bäume werfen lange bläuliche Schatten. Gut heben sich die Kontrastfarben Rot-Grün und Blau-Orange voneinander ab. Wir sehen eine friedliche Szene. Unten am Rand steht der Text: Heute ist Ostern! …

Doch zuvor muss von Amalia berichtet werden, die zwar die schönsten und größten und weißesten Eier legt, das allerdings auch manchmal zum Leidwesen der anderen diese das spüren lässt. „Meine Eier …“

Und dann entdeckt sie, versteckt im Gebüsch, die ganz anderen Eier, bunt und mit vielen Mustern verziert. Na so was! Bevor sie etwas sagen kann, wird sie durch heranstürmende Kinder vertrieben. Aber das Erlebnis lässt sie natürlich nicht mehr los, macht sie schlaflos, lässt ihr eigenes Ei so blass ausschauen, dass sie den Kopf hängen lässt. Das hat Amalia nicht verdient – denken auch die anderen Hühner. Amalia legt trotz Hasenfutters immer noch nur schneeweiße Eier. Dann nimmt sie allen Mut zusammen, geht zum Hasen und befragt ihn nach seinem Geheimnis.

Gianni De Conno malt nicht, er färbt und kratzt. Das ist zwar eine bekannte Technik (Farbe mit Ölfarben-Schwarz übermalen und dann Bilder herauskratzen), die auch Kleinkinder schon beherrschen, aber bei denen dreht es sich um Zufall. Hier ist alles geplant. Bewusst lässt der Illustrator hier und dort seine Kratzstriche mit den dunklen Rändern stehen, und er schafft dennoch eine „saubere“ Leinwand, auf der in ungewöhnlichen Perspektiven – von Frosch bis Vogel – den Blick auf eine saubere Landschaft geben, in der das Osterfest mit frischem Grün und blauem Himmel gefeiert werden kann.

Von hieraus geht es weiter. Dies ist ein neuer Anfang. Auch für das verunsicherte Huhn Amalia.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en