Christian Hückstädt:
Neue Stiefel hat Frau Gans

Düsseldorf: Patmos 2009

www.sauerlaender.de

ISBN 978-3-7941-9159-8
52 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Mit dem Essen spielt man doch – aber nur, wenn man so viel Fantasie mitbringt, wie Christian Hückstädt. Er „bastelt“ mit wenigen Hilfsmitteln aus einer Fenchel einen Fisch, aus einer Kohlrabi eine Giraffe, aus einer Honigmelone mit „Stelle“ einen Walfisch mit Auge und mit etwas mehr Arbeit aus einer Paprika einen Käfer. Einmal geschaut, sieht man in der Gemüseabteilung ab jetzt auch Tiere.

Fenchelelefanten

Die fast quadratischen Seiten sind je farbig unterlegt, violett gegen braun, orange zu lila, bordeauxrot gegen grün, alle Farben eher stumpf als strahlend. Der gereimte Text hat etwas von Kartoffel-Druck (was er nicht ist), farbig und in unterschiedlich großen Buchstaben, und er bezieht sich nicht auf die Gemüseteile auf der zumeist eigenständigen Bildseite, sondern auf die Tiere, die diese darstellen: „Der Gepard hat lange Beine. / Von den Katzen rennt sonst keine / fünfundneunzig Ka-Em-Ha. / …“

 Die Bilder, und um die dreht sich ja das Buch, sind besonders gelungen, wenn wenig an den Originalen gearbeitet wurde. Der Gepard ist hier ein Gegenbeispiel. Er wirkt zwar „sehr echt“, aber man sieht, dass die getigerte Bananenschale kräftig bearbeitet wurde, damit der schnelle Läufer entsteht. Die Delfin-Bananen dagegen sind entstanden durch je einen kleinen Schnitt und ein Loch, die untergelegten und geschmälerten Schalen unterstützen den Eindruck.

 

Ein witziges Buch, das die Kinder (und die Erwachsenen sowieso) dazu verleiten wird, bei jeder, vielen, einigen Gelegenheiten, Ähnliches zu tun. Das wird sich beim Essen zeigen (Kartoffelbrei und zwei Erbsen vielleicht), solange die Eltern das zulassen (oder selbst vormachen). Ein wichtiges Buch, das zum genauen Schauen auffordert und zur fantasievollen Gestaltung der eigenen Umwelt.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en