David A. Carter:
600 schwarze Punkte

Aus dem Englischen von Uli Blume

Köln: Boje 2009

www.boje-verlag.de

ISBN 978-3-414-82160-7
9 Pop-Up Seiten * 19,95 € * ab 05 Jahre

 

 

 

 

Nein, alle Punkte nachgezählt hat der Rezensent nicht, aber fast wäre er bereits bei Seite Eins hereingefallen, denn die schmalen Streifen, die sich wie eine Welle, wie ein spanischer Fächer bewegen, haben am oberen Ende je einen schwarzen Punkt. 45 Streifen? Ja, auf der Rückseite ist auch einer. So verblüfft uns der „Papieringenieur“ Carter nicht nur, er führt uns manchmal auch ein bisschen in die Irre. Eine ungeheure Fleißarbeit, die hier vorliegt, um uns zu erfreuen.

600 Black Spots

Ein Geflecht aus Papierstreifen in alle drei Dimensionen, links in den Mondrianfarben Rot-Gelb-Blau sowie die schwarzen Punkte und der weiße Untergrund, rechts in Schwarz-Weiß mit vielen zusätzlichen Schatteneffekten, wenn man sich das Buch bei Licht anschaut.
Es erheben sich beim Umblättern aber nicht nur „wilde“ Figuren aus den Flächen in die Höhe, wir dürfen mehrfach selbst bewegen, an Streifen ziehen (Achtung, vorsichtig sein beim Zurückführen!) oder „Blättern, Klappen und Bewegen“.
Wer auf der letzten Seite 250 Punkte „plus 8“ zeigen kann, der kann es sich auch leisten, auf der vorletzten nur einen einzigen zu zeigen, ihn an einen kleinen roten Faden zu kleben, der von einer Pappstreifen herunterhängt. Der blaue Punkt auf der anderen Seite lenkt erst einmal von ihm ab, aber das weiß man ja jetzt, dass Carters Werke Kunstwerke sind und er es sich leisten kann, uns ein bisschen aufs Glatteis zu führen.

Solange wir (Erwachsene) nur umblättern und die geschlossenen Doppelseiten dabei mit Daumen und Zeigefinger fest halten, damit sich die Installation auch wirklich erhebt, wird das Buch keine Zerstörung erfahren, bei den Aufgaben, an einem langen Pappstreifen zu ziehen, auch nicht. Aber die Gefahr, den Pappstreifen beim Zurückschieben zu knicken, ist sehr groß. Also: Vorsicht, damit wir lange etwas von diesem tollen Buch haben.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en