Anne-Kathrin Behl:
Eins und Vier macht stark

Wien: Picus 2009

www.picus.at

ISBN 978-3-85452-149-5
32 Seiten * 14,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Praktischerweise heißen die Tiere wie ihre Art. Die fünf haben alle Angst, jedoch jeder vor etwas anderem, ausgerechnet vor dem, was sie ausmacht. Es beginnt mit Bär, der sich vor dem Winterschlaf fürchtet, denn er fühlt sich so schutzlos und außerdem verpasst er bestimmt etwas. Mit den Sorgen wächst auch die Gruppe, und, wenn man nicht mehr allein ist, ist plötzlich alles gar nicht mehr so schlimm.

Alle für Einen

Das Eichhörnchen mit der Höhenangst nimmt sogar in Kauf, als Beutetier auf dem Boden gefressen zu werden, und der Biber stinkt, weil er sich im Wasser nicht waschen will. Er könnte ja dabei ertrinken. Tier um Tier wird die Gruppe um den Bären größer, und jeder macht sich Gedanken, wie er den anderen helfen kann, die jeweilige Angst zu überwinden. Dabei vergessen sie sogar, dass sie selbst ein ähnliches Problem haben. Zum Schluss ist wenigstens dem Bären geholfen.

 

Ungewöhnliche Bilder bietet uns Anne-Kathrin Behl an. Dem Bären zieht sie einen Pullover an, die anderen bleiben ganz Tier. Allen verpasst sie eine lange, dünne und schmale Bleistiftschachtel-Nase, auf der andersfarbigen Schmalseite sind deutlich zwei Löcher, aus dem Mund ragen charakteristische Zähne heraus, allerdings eher zum Lächeln als gefährlich. Die Augen sind sehr klein, die Körper eher plump. Keins der Tiere trägt zu Beginn einen Sympathie-Bonus. Erst ihr Charakter, das Nachdenken, um dem Freund irgendwie helfen zu können, macht uns die Tiere zu immer freundlicheren Wesen, sodass wir selbst uns evtl. mit einbringen könn(t)en.

Ein stimmiges Buch, das wieder einmal zeigt, dass es nicht (unbedingt) darauf ankommt, wie man selbst aussieht. Es reicht schon aus, sich – trotz eigener – um die Sorgen der Freunde zu kümmern.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en