Angela Wenzel:
13 Bilder, die du kennen solltest

München: Prestel 2009

www.prestel.de

ISBN 978-3-7913-4172-9
48 Seiten * 12,95 € * ab 06 J

 

 

 

 

Sechs Bilder aus der Zeit des großen Umbruchs („1500“), sieben, die eher der „Gegenwart“ zugeordnet werden, die hier mit William Turner beginnt und bei Pollock endet. Unter der Bedingung „13“ eine gelungene und mutige Auswahl (Änderungs- und Ergänzungsvorschläge sind impliziert) und hervorragend präsentiert.

Kunst kennen

Wir beginnen mit Jan van Eyck in der Mitte des 15. Jahrhunderts, springen nach Italien zu Botticelli und Leonardo da Vinci, wenden uns nach Nürnberg zu Dürer und zurück zu Raffael und nach Westen zu Velázquez.
Die Zeitleiste am Kopf der Seite ist in Fünfjahresschritten gegliedert und zeigt jeweils das herausragende Bild sowie die Lebensdaten der Künstler. Chronologie ist also das Ordnungsprinzip und nicht der Versuch, die Bedeutung eines Werkes höher einschätzen zu wollen als die eines anderen. Eine Auswahl zu treffen ist schon hart genug – selbst zwischen den Werken eines Künstlers, geschweige denn vom Auslassen eines Michelangelo oder Dalí, eines Rembrandt, Vermeer oder Miró. Die Liste ist fast beliebig erweiterbar.

Sechs Ausgewählte erhalten je eine Doppelseite, sieben je zwei, der Künstler und sein Werk je einen kleinen Absatz mit den wichtigen Daten. Das jeweilige Kunstwerk selbst wird möglichst groß abgebildet, ein möglichst kurz gehaltener Text beschränkt sich auf das Wesentliche. Das ist nicht einfach, hier aber sehr gelungen. Teile des Bildes werden als Bild herausgezogen und kommentiert („… Jedes noch so alltägliche Detail hat seine Bedeutung …“). Wir fühlen uns Ernst genommen und gleichzeitig belehrt, denn nicht jeder kennt sich mit kirchlicher Symbolik oder griechischer Mythologie aus, nur wenige werden Einzelheiten über die Vernichtung der Armada und dem Tod Nelsons wissen oder von den Empfehlungen Jackson Pollocks, wie auch Kinder seine Bildgestaltung nachvollziehen kann.
Das Glossar wird in den Texten einbezogen, die Zielwörter werden mit einem Stern markiert. Ebenso werden Hinweise gegeben auf andere (bei Prestel) erschienene Bücher zum je passenden Thema und Aufforderungen, sich dem Kunstwerk durch eigenes Tun anzunähern.
Dass die Bilder der Künstler oft von ihnen selbst stammen, ist eine nette Verbeugung vor diesen. Wir schließen uns an.

 

So umstritten die „Pflichtlektüre“ für Abiturienten ist, so umstritten dürfte die Auswahl DER 13 wichtigsten Bilder sein. Dass sie zu den 100 wichtigsten zählen, dürfte unbestritten sein. Vielleicht würde eine Umformulierung des Titels in „13 der 100 Bilder“ diesen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en