Helga Bansch:
3 Katzen

St. Pölten: Nilpferd bei Residenz 2009

www.residenzverlag.at

ISBN 978-3-7017-2049-1
28 Seiten * 14,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Wie bemitleidenswert! Drei kleine Katzen, „abgemagert und verlaust, mit struppigem Fell“ vor der Haustür. Sie zittern. Sie maunzen. Vater ist zwar eher skeptisch, aber den Bitten der beiden Kinder kann die Mutter schon gleich nicht widerstehen. Gut, die Katzen dürfen bei uns wohnen. Dabei weiß man doch, dass Katzen unberechenbar sind, streitlustig, nachtragend …

Egoisten

Die drei Mäuse, die zwar nicht im Text aber auf allen Bildern mitmachen dürfen, sind gleich vehement dagegen, die Katzen aufzunehmen. Zu den schon genannten Charaktereigenschaften kommen nämlich noch hinzu, dass diese Drei hinterhältig sind, launisch, springen unvermutet in die bereits gefüllten Suppenteller, sich zerstörerisch benehmen, an den ungewöhnlichsten Plätzen schlafen, den armen angebundenen Hund necken und Mamas Kaffeeklatschgäste auf das Heftigste belästigen. Wäre Papa nicht, die drei Katzen blieben keine Minute länger im Haus!

 

Kein Zweifel: Helga Bansch mag Katzen. So unsympathisch sie die Katzen auch schildert und zeichnet, letztlich glitzert hinter allem ihre Achtung vor den Katzen, die ihren eigenen Kopf haben und sich nicht dem Menschen gegenüber verbiegen. Je mehr sie die Taten der Katzen übertreibt, desto deutlicher tritt auch hervor, dass die Autorin und Illustratorin diese Tiere deutlich beobachtet hat. Das macht man nur, wenn man hinter allem Ärger nicht doch immer die Liebe zu den Tieren fühlt.

Sie zeichnet die Drei zusammengehörig. Das beginnt mit der Farbe (eine weiß, eine schwarz, eine weiß mit schwarzen Flecken), der je gleichen Haltung und vor allem in der zeitlich je gleichen Gefühlslage. Kratzt die eine Katze, kratzen auch die anderen beiden, wirft eine Katze den Kuchen vom Teller, machen das auch die beiden anderen. Aber in Wirklichkeit sind sie nicht wirklich böse, sonst würden sie die drei mitspielenden Mäuse anders benehmen.

Sehr schön ist auch der Meinungswechsel bei Papa zu sehen: Als es Mama (und zwei Mäusen) endgültig reicht, steht Papa auf der Seite der Kinder, der Katzen und einer Maus, die in der schwarzen Katze wohl eine Art Freund gefunden hat.

Für Katzenliebhaber unbedingt zu empfehlen, für alle Familien, bei denen eine (oder mehrere) Katze(n) wohnt/wohnen – aber auch für die Kinder, denen bisher der „Besitz“ von Katzen untersagt ist.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en