Gabriel Martin Roig:
Kunst! Von der Höhlenmalerei bis zur Moderne

München: Prestel 2009

www.prestel.de

ISBN 978-3-7913-4174-3
96 Seiten * 19,95 € * ab 06 Jahre

 

 

 

 

Ein Unterfangen, dass eigentlich nicht gelingen kann, nämlich „die“ Kunst in ihrer zeitlichen Entwicklung darzustellen – und auch noch zur Nachahmung anzubieten. Immer wird es jemanden geben, der etwas vermisst,. Aber auch der wird zugeben müssen, dass nicht nur die Idee besticht, sondern auch die Ausführung – und dass eine Reihe von tollen Ideen der Darstellung das Buch zu einem wirklichen Standardwerk machen. Nicht nur für Kinder und Jugendliche, aber dankenswerterweise: auch.

Warum mögen wir Kunst?

Warum beunruhigt uns Kunst?

Im Vorspann ein selten gezeigtes Bild von Picasso: Die „Sitzende Frau“ von 1909, beginnender Kubismus, Symbol der „Moderne“, auch wenn seitdem einige Zeit ins Land ging. Im Eingang die Frage, ob Schokolade und Kuchen die besten Nahrungsmittel seien, denn sie schmecken besonders gut. Ebenso muss Kunst selbstverständlich nicht „schön“ sein.
Wir beginnen mit den Höhlenmalereien. Wir malen mit den Händen und mit Farben, die wir so herstellen wie die Menschen zur damaligen Zeit: Erde mahlen, weiche Zweige nutzen, Tierfett und –blut lassen wir aus. Stattdessen malen wir mit schwarzer Kohle. Als Untergrund nehmen wir zerknülltes Papier oder einen Stein. Schwieriger wird es anschließend, denn Model-Maße in Statuen sind das Thema. Dagegen ist das „Malen auf Wänden“ eine Technik, die wir schon seit früher Kindheit beherrschten (wenn auch nicht mit Duldung unserer Eltern). Freskenmalerei ist denn aber doch etwas anders.
Perspektive wird ein Thema, das Zusammenbringen von verschiedenen Tierarten bei Bosch, Bewegung, Licht und Schatten, die seltsamen Formen der Wolken, das Einfangen von Licht, das Zerlegen eines Bildes in Teile, dem Zufall eine Chance geben, mit Farbe spielen.

16 Themen findet Roig, die er mit je einem bekannten Bild belegt. Diese hat der Verlag in einer Hülle beigefügt – und auch noch eine Staffelei aus Pappe, sodass dies Buch eine wunderbare Unterrichtseinheit über die Geschichte der Kunst und ihre Entwicklung liefert, ohne dass etwa das Kopieren propagiert wird. Sie kann selbstverständlich auch geteilt und in verschiedenen Schulstufen durchgeführt werden.

Dieses Buch darf in keiner Schulbibliothek fehlen, es sollte jeder Lehrer, jede Lehrerinnen besitzen. Nicht, damit er seinen Unterricht damit vorbereitet hat (das hat er damit), sondern weil sein Unterricht damit gut sein wird.

Nicht unterschlagen wollen wir den Glossar-Anhang und die Rückseite der Bildtafeln als Teile von van Goghs Sonnenblumen zu gestalten. Man könnte ja auch auf die Idee kommen, die mitgelieferten Bildertafeln als Puzzle zu zerschneiden. Das wird allerdings wohl so erfolgreich werden wie das Wegwerfen von Büchern.

Es fehlen übrigens die Maler der Brücke, es fehlt die Kunst aus Kuba, nicht erwähnt werden Frida Kahlo, Baselitz, Escher, Horst Janssen und etwa 25.000 weitere.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en