Kai Pannen:
Komm essen, Pfannkuchen!

Oldenburg: Lappan 2009

www.lappan.de

ISBN 978-3-8303-1141-6
32 Seiten * 9,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Herr Tapsig, Kai Pannen, ein Pfannkuchen, Ahornsirup. Schreibe einen Aufsatz: Der Pfannkuchen verschwindet beim Wendewurf aus dem Fenster von Herrn Tapsig. Kai Pannen begleitet und zeichnet die Geschichte auf zwei Ebenen, denn die neue Situation wird im zweiten Bild an die vorhergehenden angehängt. Bekanntes Prinzip, neuer Inhalt (1854 erstmals von Carl & Theodor Colshorn veröffentlicht).

Einer nach dem anderen

Ein Pfannkuchen besteht wesentlich aus (nur) Ei und Mehl und Milch. Er schmeckt dementsprechend nicht sehr aufregend, es sei denn, man belegt ihn. Im Buch geht es der Reihe nach um Ahornsirup, Käse, Salami, Fisch, Apfel und so weiter.

Auf der linken Seite des relativ kleinen Buchs wird immer die neue Situation vorgestellt, rechts dagegen wird - wie im Kinderspiel - der Reigen fortgesetzt. Der fliegende Pfannkuchen vorweg, und ihm folgen in der Reihenfolge der Geschichte Herr Tapsig, Bauer Stroll, Frau Meier, Kapitän Flassbart, Herrn Sommer, Heidemarie und der General ohne Namen. Das Mädchen mit dem leeren Teller macht dem Reigen ein Ende. Am Ende sind alle glücklich, denn sie erhalten, was sie unterwegs gern haben wollten.

Eine schöne Idee, die aktuelle Situation mit der des Reigens auf je einer Doppelseite darzustellen. Hier sind die Figuren auf den Bildern ein bisschen größer, dort sind sie eher Teil einer Gesamtsituation, die sich Seite um Seite in Form einer Polonaise verlängert und dem Pfannkuchen folgt.

 

Kai Pannen zeichnet flächig, selbst wenn er seinen Figuren gegen Schluss einen Schatten gibt. Er karikiert, gibt der Heidemarie einen großen Hintern, dem Angler Flassbart einen ebensolchen: eckig und ganz schwarz. Er lässt die Gruppe senkrecht einem Wasserfall folgen und auf der Seite um eine Ecke laufen. Ganz zum Schluss darf der Koch mit dem sprechenden Namen „Tapsig“ doch noch zu seinem Ziel kommen: Pfannkuchen mit Ahornsirup.

 

Nein, es gibt keine Moral, nein, man kann aus der Geschichte nichts oder – ja – nur sehr wenig lernen. Die Geschichte trägt sich selbst, ist eher Spiel als Wissen. Die Zeit des Spiels ist ach so kurz, dann kommt auch schon der „Ernst des Lebens“. Wenn man diesen noch ein bisschen hinauszögern kann, dann zum Beispiel jetzt.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en