Sylvie Bednar:
Länder und ihre Flaggen

aus dem Französischen von Ursel Schafer
illustriert von Anne Steinlein & Christelle Guénot

www.knesebeck.de

München: Knesebeck 2009
978-3-86873-009-8
188 S * geb * 16,95€

 

 

 

 

 

Die eigentliche Bedeutung der Flaggen wird eher im Nebensatz abgehandelt, denn sie sind ein kriegerisches Utensil. Falls die Schlacht gegen den Gegner unübersichtlich wurde, gab ein akustisches Signal (zumeist Trompete) den Befehl, sich an der Fahne zu sammeln. Die wurde deshalb besonders geschützt. Heute steht sie (immer) noch als Symbol. Keine Pressekonferenz der Regierung ohne Fahne, kein Länder-Fußballspiel ohne diese.

Symbole

Jeder der knapp 200 Staaten der Erde hat sowohl ein Wappen als auch eine Fahne, oft auch mehrere für verschiedene Anlässe. Diese Fahnen sind hier, meist mehrfarbig, abgedruckt und dienen als Transport für kleine Informationen zum jeweiligen Staat. Denn auch, wenn der Titel von „Ländern“ spricht, so sind in der Tat korrekterweise „Staaten“ gemeint.

Die Farben der Flaggen ergeben sich meist aus der Geschichte des Landes: Schwarz für die Uniformjacken der Soldaten, Rot für die Aufschläge und Gold für die Knöpfe. Oder: Rot und Blau für Paris umfangen das Weiß des Königs - Frankreich 1789 ff. Oder: Der „Union Jack“ von Groß-Britannien als Vereinigung der Flaggen von England (rotes Kreuz auf weißem Grund) und Schottland und Irland – Wales bleibt hier etwas außen vor. Wales wird hier gar nicht erwähnt, dabei hat der vierte Staat des UK etwas zu bieten, was ansonsten vor allem außer-europäische Staaten gern zeigen: Figuren in oder auf den Flaggen. Dort sehen wir Symbole wie Sterne, Adler, Monde, Kreise, Blätter usw., hier einen Drachen.

Das Ordnungsprinzip der Fahnen sind die Erdteile, innerhalb dieser aber scheint das Sortierungskriterium zufällig zu sein. Eine Übernahme aus dem Französischen? Ein Vorgehen von Nord nach Süd und dabei von Ost nach West? Es wird in der Tat nicht ganz deutlich. Wer etwas sucht, sucht am besten im alphabetisch sortierten Register am Schluss.

Eine interessante Reise über die Welt sind wir gegangen – und haben eine ganze Menge Informationen erhalten, die wir vorher nicht kannten und die uns zum Teil in Erstaunen versetzten. Dazu muss man gar nicht in exotische Pazifikstaaten gehen, Moldawien dürften die meisten Europäer bisher überhaupt kaum wahrgenommen haben, die Teilung Zyperns wird nur bedingt, der bewegte Balkan wird nur sehr allgemein angesprochen.

Die meisten Staaten erhalten eine Seite des querformatigen Buchs, einige interessanterweise allerdings zwei. Da sieht man zum Beispiel für San Marino (wie bei einigen anderen ebenfalls) eine Lageskizze, den erklärenden Text und die dezente Fahne mit dem Symbol der stolzen Republik mit dem Eindruck „Libertas“, das heißt „Freiheit“ – inmitten Norditaliens eben ein besonderer Berg.

 

Trotz Internet und Wikipida setzt das Buch Akzente, ist (auch off-line) verfügbar und gibt schnelle und kurze Informationen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en