Verena Hochleitner & Nikolaus Glattauer:
Schlaf gut, Susi! Schlaf gut, Schlaf!

St. Pölten: Nilpferd bei Residenz 2009

www.residenzverlag.at

ISBN 978-3-7017-2050-7
32 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

 

Was wäre, wenn … Der Schlaf ist eine Frau, mit der man sich wunderbar vor dem Einschlafen unterhalten kann, damit man genau das nicht macht: Einschlafen. Susi kennt sich damit gut aus, aber es nützt alles nichts – und Schlafen tut weder weh noch ist es ein schlimmer Zustand. Im Gegenteil.

Andere Welten

Susi ist „fast halb sieben“ Jahre alt und sieht aus wie eine Puppe: großes ovales breites Gesicht, in dem ganz außen die großen Augen sitzen, schwarzes Haar mit zwei kleinen offenen Zöpfen, ein breiter Mund fast von Auge zu Auge. Susi will, wie ganz viele Kinder auch, (noch) nicht einschlafen. Wahrscheinlich verpasst man gerade dann etwas, wenn der Schlaf einen ereilt. Dabei ist der Schlaf erstens gar nicht schlimm und zweitens – wie Susi weiß – ist er weiblich. Der Schlaf ist eine Frau.
Im Gegensatz zum Sandmann, der seine Arbeit eher sprachlos verrichtet, redet die Frau mit dem Namen Schlaf sehr gern. Susi erklärt ihr, dass sie nicht von oben her müde werden will, sondern eher von unten, am besten von unten links, denn Susi ist Linkshänderin, also auch: Linksfüßerin.

Es folgen kleine Situationen, die sich in kurzen Dialogen weiter entwickeln: Wo wohnen Schlafe? Was passiert mit den Träumen? Warum hast du meinen Traum an ein Mädchen „auf der anderen Seite“ verschenkt? Was meinst du mit „Zitroneneis-Berg“? In die oft lustigen und ungewöhnlichen Themen mischen sich gegen Ende ernsthafte: Tod, Kinder ohne Eltern, Leben in bitterer Armut.
Manchmal machen wachen Menschen einfach nicht mehr auf, berichtet Schlaf. Dann werden auch die Träume freigelassen, ganz vorsichtig und langsam. Aber auch das Leben ist nicht einfach. Im Gegenteil. Auf der „anderen Seite“ gibt es das kranke Mädchen Nathalie. Schlaf beschreibt: „Geld. Wasser. Etwas kaufen – gibt es nicht. Nichts davon.“

Ohne weitere Erklärungen mischt sich in den Text eine kleine gelbe Grafik ein, steht da unvermittelt zwischen dem Text, ein, zwei oder drei Hühner, die auch als Pinguin durchgehen würden. Birnenfigur, Schnabel, zwei Beine. Ähnliche Wesen in Schwarz sind in den Illustrationen. Die zeigen allerdings ihre Entenfüße und ergänzen die oft skurrilen anderen Figuren, zu denen auch Susi selbst zählt. Ihr Schlaf sieht übrigens ganz genau so aus wie sie selbst, was dazu führt, dass die beiden ihre Augen als Mond- bzw. Kuhaugen titulieren. Sie einigen sich übrigens bald auf den erstgenannten Namen.

Ein Bilderbuch im Kinderbuchformat mit ziemlich viel Text, der sich sowohl zum Vorlesen eignet als auch für das Lesen mit verteilten Rollen – am besten zur Gutenacht-Zeit.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en