Linard Bardill & Nadia Budde:
Ami Sabi im Schneewunderland

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2009

www.atlantis-verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0568-7
32 Seiten * 13,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

So ist das also mit dem Wetter: Steht Caprun, der Wettersteinmann, auf der Schneeplatzstelle, dann schneit es. „Drüben beim Wasserfall ist die Regenstelle“ und eine Schönwetterstelle gibt es auch noch. Weil Steine aber nicht gehen können, wird Caprun immer zur nächsten Stelle getragen – es sei denn, dass Um Salvadi, der „Wilde Mann“, Liebeskummer hat und auf dem Jammerhügel sitzt und traurig ist.

Donnerwetter

Wir sind gleich mitten drin in der Welt der komischen Namen und der noch komischeren Wesen. Alles ist sehr einleuchtend, denn auch dort gibt es Liebeskummer und Freunde, die einen da wieder heraus holen. Schuld ist Casch-Cado, der Wasserfall, denn er hat sich in Eis verwandelt und so die Moosfrau Tinflaida bezirzte.

So herrlich schräg wie die Namen und die Geschichte, so zeichnet Nadia Budde. Die Figuren haben alle einen dicken schwarzen Rand, die Flächen sind selten strukturiert, ein paar Haare hier, ein paar Stoppeln dort. Ihr Ami Sabi hat braunrotes langes Haar, das sich auf dem Kopf als Fuchsfell mit zwei spitzen Ohren entpuppt. Große Kulleraugen, der schwarze Punkt als Pupille meist nach oben gerichtet, so als denke er nach oder erwarte, dass etwas von oben kommt, vielleicht Lawinen oder anderes Unheil, denn es schneit schon ziemlich lange.

Nadia Budde übertreibt gern mit ihren Zeichnungen: Die Augenbrauen sind mehr als buschig, die Gämse zeigt uns ein viel zu großes Gebiss, der Schnabel vom Bartgeier ist so lang, dass er aus dem Bild heraus ragt, der Vogel hält sich die Augen zu ob des innigen Kusses von Moosfrau und wildem Kerl.

Ein Buch mit einer süßen kleinen Geschichte, die auch auf einer CD des Autors in Schweizer Dialekt erschienen ist (bei SoundService, Gümligen).

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en