Angelika Glitz & Imke Sönnichsen:
Der tapfere Toni

Stuttgart: Thienemann 2009

www.thienemann.de

ISBN 978-3-522-43605-2
32 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Abenteuer pur wartet, wenn zwei Männer (Papa und sein kleiner Sohn Toni) sich aufmachen in die Berge, um dem Bergungeheuer zu begegnen und – vielleicht – um Leben und Tod zu kämpfen. Aber das Ungeheuer will sich lange nicht sehen lassen, und Toni ist schon ganz enttäuscht.

Männertag

Wenn Papa einen Schritt macht, muss sein Sohn Toni zwei machen. Auf Dauer ist das ganz schön anstrengend, auch wenn kurze Schritte bergauf günstiger sind. Der Berggipfel ist in Wolken verborgen – bald werden wir erfahren, dass es Regenwolken sind und dass Papa die Regencapes zu Hause vergessen hat. Dafür hat Toni seinen roten Ball mitgenommen.

Warum Toni seinen roten Ball mitnahm und warum der Vater seinen Sohn beschwindelte, werden wir wohl nie erfahren, dass es aber offensichtlich ein unverhofftes „Ungeheuer“ auf dem Berg gibt, vor dem sich gerade der Papa furchtbar fürchtet, hat er wohl verdient. Und dass gerade Tonis Ball die beiden vor dem „Ungeheuer“ rettet, ist auch schön.

Gut, dass das letzte Bild einen selbstbewussten Toni zeigt, der seinem Vater zeigt, wo es rote Bälle zu kaufen gibt (auch wenn sie weiß gepünkelt sind).

Imke Sönnichsen zeichnet ihren Toni mit etwas frechen roten Haaren, langer kurzer Hose und Stöckerbeinen. Sie übertreibt die Größenverhältnisse, wenn es wohl nötig ist und beschränkt sich ansonsten auf die beiden Personen plus Andeutungen der Landschaft und des „Ungeheuers“.

Die Umkehrung der Rollen zwischen Vater und Sohn tat offensichtlich beiden gut und gibt den jungen Zuhörern / Lesern Mut, dass auch sie nicht immer nur „nehmen“ müssen, sondern auch bereits „geben“ können.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en