Paul Bright & Jane Chapman
Fünf Angstbären und ein unheimlicher Gast

Aus dem Englischen von Isabel Schatz
Bindlach: Loewe 2009

www.loewe-verlag.de

ISBN 978-3-7855-6585-8
32 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

 Köstliche Bilder in einer schönen, kleinen Geschichte. Wir haben es Nacht, und nach und nach kommen alle drei Kinder in das Bett der Eltern, weil sie sich vor Monstern fürchten. Als es dann allerdings mitten in der Gewitternacht an der Tür klopft, sieht der Vater, dass es vielleicht doch Monster gibt.

Kuscheleltern

Wir sind bei Familie Bär. Gemütlich ist es im Bett, dessen Matratze sich unter dem Gewicht beachtlich senkt. Der Wecker zeigt kurz nach Mitternacht, als Babybär als erstes Kind kommt, weil er sich vor dem heulenden Wind so fürchtet. Papas Trost, es gäbe keine Monster, hilft nicht. Also gut, komm mit unter die Decke. Nach und nach kommen Kleinbär und der große Kleinbär, kuscheln sich alle zu Mutter unter die selbst genähte Bettdecke und schlafen weiter. Genau so geht es umgekehrt Vater Bär, zum Schluss ist er hellwach und hört den heulenden Wind und sieht die zuckenden Blitze Schatten werfen.

Hach, das ist ein Gesicht von Vater Bär, als Mutter Bär ihm auf das Klopfen an der Tür sagt: „Aber sieh doch einfach nach.“ Ich? Darf ich nicht auch etwas Angst haben? scheint es zu sagen und zugleich zu wissen, dass er wohl nicht drum rumkommt.

 

Jane Chapman zeichnet den Raum in kräftigen rotbrauner Farbe, die Bären sind eher Teddys als gefährliche Braunbären. Tapsig sind sie und gemütlich. Das Zimmer mit dem runden Fenster ist zugig, der Wind lässt die Hängelaterne pendeln, aber davon bekommen die Eltern unter der gestreiften Bettdecke mit dem andersfarbigen Flicken nichts mit. Und dann folgen diese menschlichen Szenen, die alle Eltern kennen. Das Kind kommt schlaftrunken aber dennoch ängstlich, zupft an der Bettdecke, kriecht mit Knuddeltuch oder Häschenpuppe über Vater zu Mutter, kuschelt sich dort ein und alle schlafen weiter – bis auf Papa, der wird nach und nach immer wacher und zieht sich – auf dem Bauch liegend – schon mal sein Kopfkissen über den Kopf.

Der Text ist oft zweigeteilt. Links heult der Wind und poltert der Donner, rechts das gemütliche und geborgene Beisammensein. Wenn diese Trennung später aufgehoben wird, sich das „Unheil“ also in das Leben mischt, verliert Papa Bär mehr und mehr seine stoische Ruhe und Selbstsicherheit.

 

Dass Papa zum Schluss auch noch seine Angst zeigt, finden die die Kinder und seine Frau ganz in Ordnung – zumal sie unbegründet ist. Denn Monster, das wissen wir alle, die gibt es gar nicht. Auch wenn manche Schatten so aussehen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en