Eric Carle:
Die kleine Raupe Nimmersatt – Pop-Up Buch

Aus dem Englischen von Viktor Christen

Pop-Up Design von Keith Finch

Hildesheim: Gerstenberg 2009

www.gersteberg-verlag.de

ISBN 978-3-8369-5223-1
26 Seiten * 19,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Ein Buch geht ins 40. Jahr. 1969 schuf Eric Carle mit seinem „very hungry caterpillar“ einen Stil, der auch heute noch seinen ganz eigenen Charme hat. Es gibt Kleinausgaben als Geschenkbuch, eine zweisprachige Fassung – und jetzt eine Pop-Up-Version: sehr gelungen, aber vorsichtig zu handhaben, damit man länger etwas davon hat, also nicht für noch ungelenke Kinderhände geeignet.

Metamorphose

Ein brauner Baumstamm wölbt sich aus der ersten Seite heraus, zwei große Blätter schweben nach links und rechts. Auf einem ein kleiner weißer Klecks: ein Ei. Auf der nächsten Seite spannt sich eine strahlende Sonne heraus, ein Rädchen in einer Aussparung am unteren Bildrand soll die gegliederte Raupe „lebendig“ werden lassen. Sie macht einen Raupenbuckel, zieht sich zusammen, um sich wieder nach oben zu buckeln: ein komplizierter Mechanismus, der leider sehr schnell seine Funktion einbüßt.
Dafür ist die doppelte Raupe, die in der ersten Erdbeere verschwindet und aus der vierten gleich wieder auftaucht, eine schöne Idee. Die versteckten Orangen lassen dagegen die Fraßlöcher vermissen und die per Faden aufgerichteten Objekte verlieren schnell ihren Aufbauwillen. Einige schöne kleine Ideen folgen, bis der enorme große Schmetterling mit seinen Glitzerfolien die kleinen Kritikpunkte vergessen lassen.

Eine schöne Hommage an das Jubiläumsjahr und wohl eher an Eltern und Kinder gerichtet, die mit der Originalfassung bzw. der deutschen Übersetzung groß geworden sind. Für Erstleser und –anschauer ist die Pop-up-Version eher nicht geeignet, denn wer will ihnen die Berührung untersagen, wo die aufblühenden Welten sich so aus der Ebene in den Raum schieben und ein Pfeil zeigt, dass man ziehen soll. Dann muss man doch ziehen, oder?

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en