Sebastian Meschenmoser:
Herr Eichhorn weiß den Weg zum Glück

Esslingen: Esslinger 2009

www.esslinger-verlag.de

ISBN 978-3-480-22544-6
64 Seiten * 9,95 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Wo findet dieser junge Mensch nur die Themen und woher hat er den Humor, der sowohl junge wie auch erwachsene Menschen begeistert? Es ist Frühling, der Igel hat sich hoffnungslos verliebt, ist aber sehr schüchtern. Herr Eichhorn weiß, was zu tun ist, und wir lassen uns (wie der Igel) auf seine Strategie ein. Herrlich lachen kann man beim Umblättern, manchmal auch laut.

Igelliebe

Meschenmoser kritzelt seine Figuren wie die Umgebung, es gibt keine gerade Linien. Auch seine Färbungen folgen dem Stil: Eichhorn wird hellbraun bekritzelt (mit weiß-grauem Bauch) und der Igel wie der Bär dunkelbraun. Auch wenn der Größenunterschied enorm ist: Die Drei gehören zusammen. Das ist von Anfang an klar, und ist zugleich wichtig für den späteren „Schaukampf“ der beiden Kleinen gegen den Großen, um „sich Ruhm und Ehre“ zu verdienen. Denn damit, das weiß halt jeder, kann man der Angebeteten gegenüber punkten. Da ist einer, der „allseits bekannt, tapfer und mutig“ ist, dem kann sich die Holde nicht verschließen.

Dass die Angebetene die ganzen Verkleidungen und Abenteuer gar nicht verdient hat, wird erst am Schluss klar. Und dass die Ente – gerade sie, die gerade auf einen Lockerpel aus Holz hereingefallen ist – einen Trost ausspricht, gibt der Geschichte noch ein Sahnehäubchen obendrein.

Erstaunlich, wie der noch recht junge Autor und Illustrator nicht nur seine künstlerische Linie von seiner Bilderbuchlinie trennt, sondern bei der letzteren auch so genau den schmalen Weg findet, den sowohl Erwachsene wie auch bereits 3- oder 4-jährige Kinder mit Vergnügen nachvollziehen können. Er verfolgt ziemlich gradlinig seine Idee der Geschichte, die er dann aber doch leicht umständlich verfolgt. Wir gehen seinen Ideen und vor allem seinen Bildern gern nach und haben unser Vergnügen dabei. Auch beim fünften Durchlesen. Vor allem auch beim Weiterempfehlen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en