Rufus Butler Seder:
Tempo!

Köln, Boje 2009
ISBN 978-3-414-82204-8

24 S * geb. * 12,00 € * ab 3 J

 

 

 

 

 Immer noch wundern wir uns, wenn wir „Doppelbildern“ begegnen. In der Fläche sind das zwei in Streifen geschnittene und je versetzte Bilder, Fotos, von denen wir beide zu erkennen meinen. Im Raum sind das die zwei Bilder, die auf Rillen platziert wurden und dann erscheinen, wenn man das Objekt bewegt. Die vierte Dimension, die Zeit also, bringen die Bilder dieses Buches mit ein. Echte „Bewegung“ – man kann die Einzelbilder kaum anhalten.

Schnell, schnell

Ja, wie ist denn das gemacht? Beim Blättern sehen wir, dass sich die schwarze Silhouette hinter (oder vor?) den schwarzen Längsstreifen bewegt. Je langsamer wir blättern – später sehen wir, dass wir damit ein Blatt aus einer Hülle ziehen, die ein Loch aufweist, das durchsichtig ist und diese Streifen zeigt – desto deutlicher wird, dass die Figur sich natürlich nicht „bewegt“, sondern gestaltet ist wir das alte „Daumenkino“, das man sich unten auf einem Block selbst herstellen kann. Interessant wird natürlich erst die schnelle Bewegung, die unser Auge eben als solche aufnimmt. Auch wenn der Läufer von der Titelseite auf der Stelle läuft (geschickterweise gibt es auf jedem der Bilder weder Unter- noch Hintergrund)

Es sind jeweils sieben Bilder, die den Bewegungsablauf darstellen und sich dann wiederholen: Läufer, Baseball- und Fußballspieler, Fahrradfahrer (mit Helm!), Bodenturner, Schlittschuhläufer, Basketballspieler und Schwimmer – alle brauchen auch die letzte Figur, die Bejublerin (wir sagen heute „cheerleader“).

Alle Bewegungen sind ausgesprochen gut recherchiert und bis in das kleinste Detail dargestellt. Der Basketballspieler geht in die Knie, aus der er den Schwung holt, den die Arme nun brauchen, um ohne Kraft einen sicheren Wurf zu garantieren.

Da sind die Texte, besonders bunt gestaltet wie die Seitenrahmen, ziemlich überflüssig, denn wenn die Bilder nicht besonders hier für sich selbst sprechen würden, wo denn dann?

 

Ein tolles zweites „Scanimationsbuch“ (nach: Galopp).

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en